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"Origin, resume - all nonsense! We all come from some small town Jüterbog or Königsberg and in some Black Forest we will all end" (Gottfried Benn) Therefore just a stenogram: Thomas Huebner, born in Germany, studied Economics, Political Science, Sociology, German literature, European Law. Consulting firm in Bulgaria. Lived in Germany, Bulgaria, Albania, Egypt, Turkey, Syria, Indonesia and Jordan. Now residing in Prishtina/Kosovo. Interested in books and all other aspects of human culture. Traveler. Main feature: intellectual curiosity

Abschaffen!

“Den Nobelpreis sollte man endlich abschaffen.”

Das sagte Peter Handke im Jahr 2014, und ich stimme in diesem Fall vollkommen mit ihm überein. Mit der Verleihung des Literaturnobelpreises an diesen Autor ist dieser Preis endgültig obsolet geworden.

Mit dem literarischen Schaffen Handkes konnte ich nie viel anfangen; und wenn er jetzt von manchen als “genialer Stilist” gefeiert wird, habe ich den Eindruck, das solche Leute nicht viel von ihm gelesen haben werden. Das Preziöse und Gestelzte seines Stils sollte doch wohl jedem, der auch nur ein Buch von ihm gelesen hat, aufgefallen sein. Und ein tiefer Denker ist Handke sicher auch nicht, mehr als einmal schrieb ich “Schwafler!” oder “Dampfplauderer!” an den Rand – zugegeben, manche halten solche Stellen offenbar für “poetisch”. Und die Dialoge, die Handke für Wim Wenders’ Der Himmel über Berlin geschrieben hat, strotzen nur so von Stilblüten und grandiosem Kitsch.

Ich will hier aber keine Stilkritik betreiben, sondern vielmehr ein paar Beobachtungen mitteilen, die ich im Zusammenhang mit der öffentlichen Debatte um Handkes Aussagen zu Serbien und seiner Rolle in den Jugoslawien-Kriegen gemacht habe.

Dabei wurde von denjenigen, die glauben, Handke habe den Nobelpreis wegen dieser Rolle nicht verdient, geltend gemacht, dass er sich bewusst und über Jahre hinweg zum Apologeten des aggressiven serbischen Nationalismus und Chauvinismus gemacht habe, dass er die Nähe von Kriegsverbrechern gesucht habe, sich mit Karadžić und Milošević getroffen und ihnen Texte gewidmet habe, dass er muslimische und kroatische Opfer und ihre Familien verhöhnt und entwürdigt habe, den Völkermord in Srebrenica erst in Frage gestellt, dann relativiert und entschuldigt habe, und einiges mehr.

Diejenigen, die die Auszeichnung Handkes für gerechtfertigt halten, verweisen auf seine angeblich überragende Bedeutung als Autor; die von seinen Gegnern beanstandeten Punkte werden entweder geleugnet, als vereinzelte, nicht relevante “umstrittene” Aussagen, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden heruntergespielt, oder es wird auf die angebliche Trennung zwischen literarischem Werk und Autor hingewiesen, die man beachten müsse. Etwaige umstrittene Aussagen des Autors seien für die Beurteilung seines Werks unerheblich und würden dieses nicht beschädigen. Der Nobelpreis sei ein Literaturpreis und kein Preis für die politischen Auffassungen seines Autors. Ferner wurde den Handke-Gegnern generell unterstellt, sie kennten sein Werk nicht und würden eine Hetzjagd auf ihn betreiben. Vereinzelt wurde geäußert, Kritik an Handke sei “widerlich” bzw. einzelne Kritiker, die so etwas sagten seien “einfach nur widerlich”.

Die zum Teil scharfe Kritik an Handke kam für mich nicht überraschend. Als jemand, der 5 Jahre in Ex-Jugoslawien gelebt hat und viele Menschen verschiedener ethnischer Gruppen dort und deren Leidensgeschichte kennt, habe ich das umfangreiche Werk Handkes zum Thema Serbien (es taucht in wenigstens 6 seiner Werke als Hauptthema auf, außerdem gibt es Erzählungen, Essays, Interviews – er hat sich geradezu obsessiv an diesem Thema abgearbeitet.) über viele Jahre mit zunehmendem Unbehagen verfolgt. Die an Handke jetzt gemachten Vorwürfe treffen aus meiner Sicht vollkommen ins Schwarze.

Zum Argument, der Literaturnobelpreis sei nur ein Literaturpreis und Handkes umstrittene Aussagen irrelevant, muss darauf hingewiesen werden, dass das so nicht stimmt. Der Literaturnobelpreis ist nach dem Willen seines Stifters ein Preis der dem Autor verliehen werden soll, der „das Vorzüglichste in idealistischer Richtung geschaffen hat“. Worin die “idealistische Richtung” von Handkes Serbien-Werken liegen soll, konnte mir bisher leider niemand erklären. Aber vielleicht kommt das ja noch.

Die angebliche Trennung von Autor und Werk – nun ja, der Autor hat ja das Werk produziert, es gibt also wohl das wieder, was er denkt und glaubt. Handke ist ja nicht der erste Autor, der Dinge gesagt oder geschrieben oder getan hat, die vollkommen unakzeptabel sind. Aber weder ein Celine noch ein Pound haben den Nobelpreis bekommen, und zwar aus gutem Grund. (Dass das Nobelpreiskommitee aber auch schon in der Vergangenheit unakzeptable Autoren ausgezeichnet hat, muss man allerdings auch festhalten. Man denke nur an Pablo Neruda, ein Mann der viele Jahre lang Teil der stalinistischen Mordmaschinerie war.) Und Handkes umstrittene Aussagen stehen ja in mindestens einem halben Dutzend seiner Werke, ein nicht ganz belangloser Teil seines Werkes.

Nachdem die Auseinandersetzung in den Medien nunmehr schon seit Wochen andauert, sollte hier vielleicht auf zwei Artikel aufmerksam gemacht werden, die ganz gut das zusammenfassen (mit ausführlichen Textzitaten von Handke), was es an seinen Serbien-Texten zu beanstanden gibt.

Einige der Handke-Befürworter machen in dieser Phase leider einen wenig angenehmen und intellektuell oft nicht gerade redlichen Eindruck. Nachdem erst behauptet wurde, die Handke-Kritiker kennten sein Werk nicht, wurden jetzt, insbesondere nachdem Michael Martens (FAZ) und Alida Bremer (Perlentaucher) umfangreiche Nachweise für das chauvinistisch-revisionistische Engagement Handkes geliefert haben, weinerlich behauptet: “Nennen Sie das eine intellektuelle Debatte, mir einfach so Zitate vorzuhalten!” (Ein bekannter Handke-Biograph äußerte sich so sinngemäß auf Twitter.) Jetzt heißt es: “Hetzkampagne, wie unfair!”, und “Der arme Mann!”.

Nein, werte Handke-Verehrer, das Zitieren und leidenschaftslose Analysieren der Handke-Texte ist keine Hetzkampagne. Es ist unangenehm für den Genozid-Relativierer Handke, der in dem Licht seiner eigenen Texte gezeigt wird. Wenn es an der ganzen Angelegenheit etwas Widerliches gibt, sind es die Texte Handkes, nicht das Sich-ins-Erinnern-Rufen dessen, was er seit vielen Jahren gesagt, geschrieben und getan hat.

Was mich bei der Diskussion um Handke besonders schockt, ist etwas wozu ich ein wenig ausholen will. Geschichtsrevisionismus und extremer Nationalismus, der auch vor der Vertreibung und Ermordung ganzer Völker nicht haltmacht, sind ein grosses Problem in ganz Osteuropa. Über die versuchte Rehabilitierung einer faschistischen und antisemitischen Organisation, für die sich ein bulgarischer Schriftsteller kürzlich einsetzte, habe ich an anderer Stelle berichtet. In Rumänien, wo der Antisemitismus unter Intellektuellen immer besonders stark ausgeprägt war, macht der Schriftsteller Paul Goma seit vielen Jahren Stimmung gegen die Juden. Die Juden seien nun mal die Erfinder des Kommunismus und der Völkermord der Rumänen an den Juden im 2. Weltkrieg – den er abwechselnd mal leugnet und dann wieder zugibt, aber relativiert – sei daher als Racheakt zu sehen, und sei daher gewissermaßen verständlich und entschuldbar.

Handke argumentiert analog ganz genauso, wenn es um den Massenmord von Srebrenica geht, den er abwechselnd leugnet, dann bezweifelt, dann zwar zugibt, aber relativiert (es waren angeblich “nur” 2000 bis 4000 Opfer, und es war auch kein Genozid, weil die Ermordeten ausschließlich Männer waren(!) – außerdem sei die Tat nur ein Racheakt gewesen für ein angebliches Massaker der “Muselmanen”. Die Täter-Opfer-Umkehr ist etwas, was Handke mit vielen Apologeten seiner Couleur gemeinsam hat.). Die Serben, die jahrelang die Einwohner Sarajevos terrorisierten und Tausende von ihnen durch Scharfschützen ermordeten werden gar mit Leuten, die eigentlich nur Indianer spielen wollten, verglichen! Das ist alles so erschreckend menschenverachtend, so bar jeder Empathie mit den Opfern (denen er im Tod sogar den Opferstatus abspricht – Opfer sind bei ihm die Serben) – dass es mir einfach nur den Atem verschlägt, wenn sich Menschen, die sich als Intellektuelle bezeichnen, sich nicht mit schärfsten Worten von solchen furchtbaren Äußerungen in seinem Werk distanzieren und es sogar begeistert feiern, wenn Herr Handke mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wird. Ich finde sowohl die Auszeichnung für Handke, als auch vieles von dem, was seine Verteidiger schreiben, schlicht und einfach zum Kotzen. – Pardon my French!

Wer sich über Strömungen unter serbischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts (darunter auch Ivo Andric) informieren will, in die sich Handke, der Apologet der ethnischen Säuberung einreiht, sei auf die untenstehende Veröffentlichung des Albanologen Robert Elsie hingewiesen, die auch die beiden Denkschriften des Sarajewo- Attentäters Vaso Čubrilović und das Gutachten von Andric zur ethnischen Säuberung enthält. Vieles von dem, was Handke seinen serbischen Bezugspersonen nachplapperte, hat seine Wurzeln in den Denkschriften Čubrilovićs, der in den 1980ern hochbetagt, wiederentdeckt wurde und dessen Plan zur ethnischen Säuberung das Drehbuch zu den Feldzügen der serbischen Militärs und Paramilitärs darstellte.

“Den Nobelpreis sollte man endlich abschaffen.” – Peter Handke hat Recht! (Das Preisgeld wird er aber sicher annehmen!)

Robert Elsie (Hg.): Gathering Clouds. The Roots of Ethnic Cleansing in Kosovo and Macedonia, Albanian Studies Vol. 4, Centre for Albanian Studies, London 2015


18% Brown: the downfall of a Bulgarian intellectual (II)

Some time ago I reported on this blog how the Bulgarian author Zachary Karabashliev campaigned for a veteran of the Bulgarian fascist and anti-Semitic “Legions” (in a FB post that he later edited by deleting the reference to the “Legions”) whom he called “a hero”. The same admiration was expressed by Karabashliev in a TV interview. The man in question, Dyanko Markov, has in the past repeatedly made public statements in which he described the deportation of the Jews in the areas annexed by Bulgaria in WWII to Treblinka as “relatively human”, and he even justified this deportation and murder of a “hostile population” in a speech in the Bulgarian Parliament a few years ago. Until today he identifies himself with the “values” of the Legions, an organization, which was created after the image of the German SA.

In my blog post I mentioned that Karabashliev and his fellow supporters, some of whom have been running a campaign for years to rehabilitate the anti-Semite Dyanko Markov and the fascist and anti-Semitic Bulgarian Legions, use a concrete incident described in the article to reiterate their historical revisionist theses on the heroism of the Legions, whose founder and leader Hristo Lukov is a figure venerated by Nazis throughout Europe today.

It is a tactic already applied in the past by a specific supporter of Dyanko Markov, to try to intimidate people who mention some for Markov and his fans uncomfortable facts with abusive words, as well as with the threat of legal action on the grounds of slander. So it was no surprise that Mr. Karabashliev, under the influence of the said person, sent me a formally polite and content-wise outrageous message, giving me an ultimatum of 48 hours to delete my allegedly “defamatory” contribution.

Although I can subjectively understand that – as he writes himself – my previous blog post is very unpleasant for him, I have to tell to Mr. Karabashliev however that he has to look who’s talking here. If he had not made the attempt to portray a man as a hero who – according to the final verdict of no less than three court cases on the exact same matter (Markov et al. vs. Yuliana Metodieva) – can be called an anti-Semite and a fascist – and who until today sticks to the ideals of his youth and propagates the anti-Semitic and fascist “values” of the Legions, while at the same time voicing holocaust apologies and denying the responsibility of the organization of which he was a member in the holocaust, my article would never have been written. And for a word that Mr. Karabashliev has distanced himself in the meantime from the Legions and the anti-Semite and fascist Dyanko Markov I have waited until now in vain.

What Mr. Karabashliev apparently has not understood until today: if a Dyanko Markov had been a member of the Legions and would have distanced himself credibly at some point in his life from the anti-Semitism and fascism of this immoral and inhuman organization, my article would also not have been written. But Markov is still a propagandist for the Legions and their anti-Semitism and fascism, he has participated several times in the notorious Nazi march in honor of Lukov, but Mr. Karabashliev finds him heroic and then begins moaning and whining when someone tells him that he is campaigning here de facto for the rehabilitation of an anti-Semitic and fascist organization, and also for the rehabilitation of a member who has not become in any ways distant to these “values” during his whole life.

Mr. Karabashliev has either committed a stupidity of gigantic proportions or he is sharing Markov’s political convictions and now, after several people have publicly criticized him for this, he seems to believe that the allegation of a lawsuit will cause me to tacitly delete my post. However, Mr. Karabashliev makes a mistake of judgment here. I am not intimidated by his threat.

I hope in his own interest that Mr. Karabashliev is informed by his lawyer that not everything that is personally unpleasant to him is slander. And that I have said something untrue about Mr. Karabashliev, he probably will not want to assert. That would be – because if he claims so, it is obviously not true – indeed slander by Mr. Karabashliev and therefore potentially a criminal offense. He may not realize his very delicate legal position in this case, but of course he, just like any other citizen, can choose the legal recourse to clarify which of the two of us has violated the law by claiming something false with the intention to tarnish the reputation of the other. The result could be quite surprising and even more unpleasant for Mr. Karabashliev than my blog post. In any case, I will continue to report on the activities of certain revisionist circles in Bulgaria, and in the future possibly in front of a larger international public.

Whether Mr. Karabashliev wants to be associated with anti-Semitic, fascist and historical revisionist circles in Bulgaria also in the future, or whether he realizes that he has got himself into something on this matter, which will permanently harm his reputation as a writer and person, I do not know, of course. The damage to his reputation, however, will be far greater and more lasting if he goes to court. The choice is up to him.

PS: Here is a report of the Bulgarian Jewish organization Shalom on anti-Semitism in Bulgaria. On page 8, Dyanko Markov and the Bulgarian Legions are also mentioned.

And here is a report on the three dismissed lawsuits, with which the journalist Yuliana Metodieva should be muzzled unsuccessfully in the dispute over Markov in the past.

© Thomas Hübner and Mytwostotinki, 2014-9. Unauthorized use and/or duplication of this material without expressed and written permission from this blog’s author and/or owner is strictly prohibited. Excerpts and links may be used, provided that full and clear credit is given to Thomas Hübner and Mytwostotinki with appropriate and specific direction to the original content.

18% Braun: Vom Fall eines bulgarischen Intellektuellen (II)

Vor einiger Zeit berichtete ich auf diesem Blog, wie der bulgarische Schriftsteller Zachary Karabashliev sich für einen Veteranen der bulgarischen faschistischen und antisemitischen „Legionen“ einsetzte und diesen (in einem später von ihm redigierten FB-Post, in dem er den Teil, der sich auf die Legionärstätigkeit dieses Mannes bezieht, löschte) als Helden bezeichnete. Ähnlich äusserte er sich in einem Fernsehinterview. Der Mann um den es geht, Dyanko Markov, wurde in der Vergangenheit mehrfach durch Äusserungen, in der er die Deportation der Juden in den von Bulgarien annektierten Gebieten nach Treblinka als „relativ menschlich“ bezeichnete, und der diese Deportation einer „feindlichen Bevölkerung“ öffentlich in einer Rede im bulgarischen Parlament vor einigen Jahren rechtfertigte, bekannt. Er steht bis heute zu den Werten der Legionäre, der bulgarischen Organisation, die nach dem Abbild der deutschen SA gegründet wurde.

In meinem Beitrag stellte ich fest, dass Karabashliev und seine teilweise schon einschlägig hervorgetretenen Mitstreiter, von denen einige seit Jahren eine Kampagne zur Rehabilitation des Antisemiten und Faschisten Dyanko Markov und der faschistischen und antisemitischen Organisation der Legionäre betreiben, einen konkreten Vorfall, der in dem Artikel geschildert wird, dazu benutzen, erneut ihre geschichtsrevisionistischen Thesen von der Heldenhaftigkeit der Legionäre, deren Gründer und Führer Lukov eine von Nazis in ganz Europa heute verehrte Figur ist, zu propagieren.

Es ist eine schon mehrfach erprobte Taktik einer Mitstreiterin von Dyanko Markov, Personen, die einige für Markov und seine Unterstützer unbequeme Tatsachen erwähnen, mit wüstesten persönlichen Angriffen und Schimpfworten und ausserdem mit einer Klageandrohung wegen Verleumdung bzw. übler Nachrede zu bedrohen. So war es auch keine Überraschung, dass mir Herr Karabashliev, wohl unter dem Einfluss der besagten Person, eine in höflichem Ton gehaltene aber inhaltlich unverschämte Nachricht zukommen liess, die mir ein Ultimatum von 48 Stunden gibt, meinen angeblich „verleumderischen“ Beitrag zu löschen.

Nun kann ich zwar subjektiv nachvollziehen, dass – wie er selbst schreibt – mein Artikel ihm sehr unangenehm ist. Allerdings muss sich Herr Karabashliev hier an die eigene Nase fassen. Hätte er nicht den Versuch gemacht, einen Mann als Helden darzustellen, der – und das ist gerichtlich letztinstanzlich bereits festgestellt (Rechtssache Markov et al. vs. Yuliana Methodieva) bis heute zu den Idealen der antisemitischen Legionäre steht und ihre Werte propagiert, bei gleichzeitiger Holocaustrelativierung und -apologie, ein Mann, den man von Rechts wegen ungestraft einen Antisemiten und Faschisten nennen darf, wäre mein Artikel nie geschrieben worden. Und eine Stellungnahme, in der Herr Karabashliev in der Zwischenzeit geäussert hätte, dass er sich eindeutig von den Legionären und dem Antisemiten und Faschisten Dyanko Markov distanziert – diese Stellungnahme habe ich bisher vergeblich erwartet.

Was Herr Karabashliev offenbar bis heute nicht verstanden hat: wäre ein Dyanko Markov Legionär gewesen und hätte sich irgendwann in seinem Leben glaubhaft vom Antisemitismus und Faschismus dieser amoralischen Organisation distanziert, wäre mein Artikel ebenfalls nicht geschrieben worden. Aber Markov steht bis heute zu den Legionären und ihrem Antisemitismus und Faschismus, hat auch mehrfach am berüchtigten Naziaufmarsch zu Ehren Lukovs teilgenommen, aber Karabashliev findet ihn heldenhaft und fängt dann an zu zetern und zu jammern, wenn jemand ihm sagt, dass er hier eine jahrelange Kampagne zur Rehabilitierung dieser antisemitischen und faschistischen Organisation unterstützt, eine Rehabilitierung eines Mitglieds auch, der überhaupt nicht geläutert ist und der sich nie glaubhaft von dieser Organisation und ihren verbrecherischen Zielen distanziert hat.

Herr Karabashliev hat entweder eine Dummheit von gigantischem Ausmass oder aber eine Überzeugungstat begangen und glaubt nun, nachdem ihn mehrere Personen dafür öffentlich kritisiert haben anscheinend, dass die Klageandrohung mich dazu veranlassen wird, meinen Post stillschweigend zu löschen. Allerdings begeht Herr Karabashliev hier eine Fehleinschätzung. Einschüchtern lasse ich mich nämlich nicht.

Ich hoffe in seinem eigenen Interesse, Herr Karabashliev wird von seinem Anwalt darüber aufgeklärt, dass nicht alles, was ihm persönlich unangenehm ist, Verleumdung darstellt. Und dass ich etwas Unwahres über Herrn Karabashliev behauptet habe, wird er wohl nicht behaupten wollen. Das wäre dann nämlich – da wahrheitswidrig – in der Tat Verleumdung durch Herrn Karabashliev und ergo strafrechtlich relevant. Falls er das nicht einsieht, steht ihm natürlich wie jedem Bürger der Rechtsweg offen, um zu klären, wer von uns beiden hier das Recht verletzt hat, indem er Unwahres behauptet. Das Ergebnis könnte für Herrn Karabashliev durchaus überraschend und noch viel unangenehmer sein als mein Artikel. In jedem Fall werde ich auch weiterhin und in Zukunft wohl auch vor einer grösseren internationalen Öffentlichkeit über die geschichtsrevisionistischen Aktivitäten gewisser Personen in Bulgarien berichten.

Ob Herr Karabashliev Wert darauf legt, auch weiterhin mit antisemitischen, faschistischen und geschichtsrevisionistischen Kreisen in Bulgarien in Verbindung gebracht zu werden, oder ob er einsieht, dass er sich bei dieser Angelegenheit in etwas verrannt hat, was seinem Ansehen als Schriftsteller und Person nachhaltig schadet, weiss ich natürlich nicht. Der Schaden für sein Ansehen wird allerdings ungleich grösser und dauerhafter sein, wenn er den Gerichtsweg beschreitet. Es liegt ganz bei ihm.

PS: Hier ein Bericht der bulgarischen jüdischen Organisation Shalom zum Antisemitismus in Bulgarien. Auf S. 8 finden auch Dyanko Markov und die Bulgarischen Legionen Erwähnung.

Und hier ein Bericht über die drei abgewiesenen Klagen, mit denen die Journalistin Yuliana Metodieva in der Auseinandersetzung um Markov erfolglos mundtot gemacht werden sollte.

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German Literature Month 2019

November is approaching and in the sphere of book bloggers this means: German Literature Month! For the ninth time, Caroline from Beautyisasleepingcat and Lizzy from Lizzy’s Literary Life will be hosting this event. And for me this is a good opportunity to revive my blog.

Although I have an idea which books I intend to review, I prefer not to make any public announcements. From experience I know that sometimes I change my plans in the last minute; but there will be for sure some reviews again from my side, after I had to skip last year’s edition of this event due to a lack of time.

It would be great if you would like to join German Literature Month with a review of a book originally written in German too. Either on your own blog, or possibly also as a guest author, for example here on Mytwostotinki. As for more information regarding German Literature Month IX, please check the links above.

Are you in? In that case, drop me a line please!

#Germanliteraturemonth2019

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A necessary decision

Since March 2009 I have a profile on Facebook; and I’m also present on a few other social media portals, although I am not particularly (Twitter, LinkedIn) or not at all active (Instagram) there. Today I have decided to stop publishing texts on Facebook and also not to comment anymore on postings of others in the future.

For a very communicative person like me, who travels a lot due to his work and who has lived in different parts of the world, Facebook as an idea is not a bad thing. Such a platform basically offers the opportunity to share certain information with his friends and acquaintances in an easy way and to catch up with what’s going on in the circle of your friends and acquaintances. And in principle, it would also have the potential to bring people together who do not know each other in real life, but who share common interests and values. And in a few cases, that’s exactly what happened: through Facebook, I made the acquaintance of some people who have become important to me today. But this is – if I look back over the period of more than 10 years Facebook presence -, the exception rather than the rule. Unfortunately, apart from these rare personally enriching experiences, Facebook has become a place where I am confronted with more and more misery, anger, hatred, rage, and ugliness.

The business practices of Facebook are by now probably well known; I do not want to revisit them here. If you want to read something intelligent and really brilliant and witty about this topic, I highly recommend you Jaron Lanier’s book Ten Arguments for Deleting Your Social Media Accounts Right Now. Lanier is one of the few thinkers who deals with the consequences of the developments of modern media and information technologies, and his sharp rejection of the “for free” culture, which is spreading more and more, I share wholeheartedly. I do not want to review the book here, but whoever has a social media account should read this insightful and instructive book. After that, probably only a very few people will actually delete their social media accounts – Lanier himself does not have any illusions about that – but almost everyone who will read the book will be much more aware of what and where he posts something, and it will probably be much clearer to most people, how Facebook et al. are trying to manipulate every user in the interest of their paying clientele. Lanier’s ideas about how social media that work in the interest of their users, and not their paying customers, should look like are also worth to be discussed. Food for thought!

In addition to the serious objections regarding the business practices and privacy violations of Facebook and the structural defects of the platform itself, something else comes into play, which is also addressed by Lanier, something that every Facebook user has probably already experienced many times. It concerns the often very unpleasant and aggressive communication behavior of many FB users.

Everyone who’s on FB knows them: the narcissists who post almost exclusively selfies; the trolls who, with every contribution – whether it suits the topic or not – address their favorite pet theory and who would like to hijack every discussion even when it is not even remotely linked to the topic of the original posting; the racists, anti-Semites, xenophobes, homophobes, misogynists, conspiracy theorists, climate change deniers, Greta-bashers, sectarians, supporters of right-wing extremist parties, which I mercilessly delete from my circle of Facebook contacts, but who are apparently procreating like rabbits lately, so that you can hardly keep this plague in check. And what I also noticed time and time again: the way people address each other on Facebook, even and especially among people from whom one does not expect it per se (intellectuals), is frequently very uncultured, rude, insolent, insulting.

Over the last few months and years, I’ve been receiving threats to my physical integrity, including death threats, following some of my Facebook posts and comments. After my recent report about the revisionist activities of a Bulgarian writer, I received the most incredible insults – ad hominem attacks are by far the most common “argument” of many FB participants – and was the victim of a virtual pogrom of an apparently mentally disturbed woman, who despite being known as a pathological liar has apparently the ear of many of my Facebook friends. (It goes without saying that I only in very rare cases received any support even from close personal friends, when I was subject to such extreme cases of abuse and threats – so much for friendship!) And these are not just a few unique cases. If you only voice a single critical remark on a specific topic, you are immediately subject to abuse and unfair attacks even by people with a high formal education (including in some cases, writers and professors); even the friendly hint to a friend who asks where he can find a certain recording that is out of circulation is sufficient reason for a third party to jump in with snide remarks from the sideline.

I’m tired of all that. What I have to say to my friends, I will tell them in person in the future or through other, more private communication channels. And things that I would like to make public, I will post here on my blog. I will not delete my Facebook profile and maybe even occasionally share one or the other link or a few photos. But there will be no texts and comments from me on Facebook anymore in the future. No reason to be sad – in the contrary: I will have more time again to take care of more important things.

Jaron Lanier has no Social Media Accounts – but a cat! He is probably a happy person 

Jaron Lanier: Ten Arguments For Deleting Your Social Media Accounts Right Now, Picador 2019

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18% Brown: the downfall of a Bulgarian intellectual

The countries of Eastern Europe continue to struggle with the classification of their history and the people and currents that shaped it. This is especially true for the legacy of the time immediately before the Communist seizure of power. In many Eastern European countries, since the 1920s, there were fascist or openly National Socialist groups that enjoyed widespread popular support; they generally combined radical anti-communism with a totalitarian idea of society and eliminationist anti-Semitism modeled after German National Socialism.

From these groupings, the Nazis gained before and at the outbreak of WWII many fanatical supporters for their policy of violence and extermination, a policy that aimed at the complete eradication of whole races, especially the Jews and Roma. The prejudices and social exclusion that had prevailed for centuries, as well as the existing willingness to use violence against these population groups in Eastern Europe, were taken up by the Nazis and made serviceable for their barbaric extermination project. The anti-Semitic and fascist organizations of the “elites” in these countries disappeared apparently later with the Communist seizure of power, but the persons and attitudes of course remained largely unchanged.

While many leading members of fascist groups settled in the West in time, and others being executed or sentenced to lengthy prison terms in trials that were usually not according to the standards of constitutional democracies, there were also many who remained undisturbed. Among other things, the collapse of the communist bloc in Eastern Europe led to the formation of political groups that deliberately leaned towards pre-war organizations and that see themselves as following the values of such organizations. As a rule, the anti-communism of these pre-WWII groups is emphasized, but the totalitarian-fascist and anti-Semitic tradition is often concealed or relativized.

Hard-boiled anti-Semites and racists who have survived the communist regime and who are still proud of their (mis)deeds against Jews, and who in some cases spent decades behind bars in a communist prison, were suddenly revered by many despite (or perhaps because of?) their open advocacy of the ideology of their youth as anti-communist martyrs and heroes and role models for 21st century youth. And frequently, there are willing intellectuals who wholeheartedly support this revisionist narrative.

I want to report on such a case here. The focus is on the Bulgarian writer Zachary Karabashliev, whose novel 18% Gray is also available in English translation.

What is it all about? On his Facebook profile Karabashliev describes a visit to a 97-year-old retiree, and he provides photos and explanatory text. This encounter has, in his own words, strongly impressed him. The old man, apparently still astonishingly vigorous for his age, was harassed several times by intruders in his home and probably also physically abused. Karabashliev demanded in a letter from the competent ministry a better protection and an increased pension for the war veteran, who also spent many years in a prison of Communist Bulgaria as a regime opponent.

So far so good. There is no one who does not regret the poor living conditions of pensioners in Bulgaria, and also the frequent lack of recognition that many innocent victims of the communist system (in)justice have received in today’s Bulgarian society. So quite a noble action, which honors also the initiator, one could believe at first glance. Another picture, however, comes to light when you are digging a bit deeper.

The old man, whom Karabashliev praises, and whom he has repeatedly dubbed in public statements – even on television – as a hero, is called Dyanko Markov. Markov was imprisoned in communist Bulgaria for political reasons and was rehabilitated in the years after 1989. He was then a member of parliament for a right-wing party and became the most prominent living symbol of the political Right in Bulgaria because of his strong anti-communist stance. Markov wrote his memoirs, he often appeared as a speaker at public events (for example at the European Parliament) and was repeatedly interviewed. He is not just any pensioner, but in Bulgaria a well-known figure of public life. We are dealing with someone whom many – Karabashliev, for example – consider to be an exemplary hero and as such he was and is always present in the Bulgarian public.

In the first version of his Facebook post, Karabashliev also mentioned in detail and admiringly a part of the biography of Markov, which he interestingly later edited and completely deleted. This section referred to Markov’s membership in the so-called “Legions” and his alleged heroic deeds during World War II.

The Union of Bulgarian National Legions was an anti-Semitic and openly fascist paramilitary organization led by Hristo Lukov from 1933 on (he used the title “National Leader”). The youth organization of the Legions used the swastika as part of their emblem, the uniforms of the Legions and also the program were directly based on the blueprint of the German SA and also otherwise this movement was regarded as an arm of Hitler in Bulgaria and was strongly supported accordingly by Nazi Germany.

Eliminationist anti-Semitism was particularly actively promoted in Bulgaria by radical groups such as the Legions. Lukov, who eventually rose to become a general, Minister of War, and the “gray eminence” in the background, used the Legions as a base to gain more and more political influence and power; the Gestapo seriously debated whether they should support a coup d’etat by Lukov against Tsar Boris III who was for opportunistic reasons – the defeat of the Nazis was already forseeable – reluctant to carry out the Final Solution in Bulgaria; a replacement by a dictator Lukov, would according to the reasoning of the Gestapo, “deliver” the Jews for extermination without any problems. Before these ideas could be carried out, Lukov was assassinated by Violeta Yakova, a 19-year-old Jewish partisan (she was later brutally raped and tortured to death by Bulgarian security forces); the strong resistance of many Bulgarian citizens, some politicians (such as Dimitar Peshev) and the Orthodox Church in Bulgaria meant in the end that Bulgaria did not extradite their own Jewish citizens to the Nazis.

The Jews in the Bulgarian-occupied and annexed areas of Thrace, Macedonia and the Pirot region of Serbia were less fortunate: they were the only inhabitants of these areas who were formally declared as non-Bulgarians, and with this “trick” the Bulgarian authorities had laid the basis for deporting them. The deportation in these areas was organized and carried out by Bulgarians, members of the Union of Bulgarian National Legions were particularly eager, since the murder of the Jews corresponded to their own program. More than 11,000 Jews were deported to Treblinka and murdered on arrival.  

The founder and “leader” of this organization, which carried out much of the dirty work in the murder of Jews, Hristo Lukov, is the idol of many neo-Nazis in Europe to this day, he is “honored” with a torchlight parade every year in the center of Sofia by groups of neo-Nazis from all over Europe. Lukov is also the idol of Dyanko Markov, and he still propagates the ideas and “values” of the Legions to this very day. His memoirs sing a song of heroism of this organization. The Holocaust in the territories occupied and annexed by Bulgaria was commented by Markov in a speech in the Bulgarian parliament in 2000, in which he stated that the deportation of a “hostile population” was not a war crime. In 2018 he added that the deportation of the Jews to Treblinka was “relatively humane”. Almost at the same time Markov received from the Bulgarian state a high Order of Merit. One wonders, however, for what exactly…

At this point lies the real scandal, in the center of which Karabashliev has now maneuvered himself, probably out of the deepest conviction from the bottom of his heart.

If he and his notorious co-propagandists had wanted to draw attention to the fate of the veterans, the former inmates and victims of the communist regime of injustice or, in general, the shameful situation in which many elderly people in Bulgaria have to vegetate, one could easily choose almost any older person in Bulgaria as an example. The fact that a Dyanko Markov of all people is chosen to make this point, a person whose appearance in the European Parliament triggered a major scandal just a few years ago, after his continued advocacy of an inhumane organization and ideology and his Holocaust relativization became known, is, of course, a hint to the fact that the small group’s political program that keeps repeating Dyankov’s instrumentalization aims mainly at a complete rehabilitation of criminal fascist organizations from pre-war Bulgaria, a rehabilitation on which the group obviously plans to capitalize politically.

Anyone who points out that an inhumane ideology is being propagated here, the ideology of a group whose main historical aim was the mass murder of certain population groups and a cruel war of aggression in the East, anyone who questions why such people should be made into heroes must be prepared for a few things, from – in the end unsuccessful – slander trials to vicious, hate-filled personal attacks from the camp of Karabashliev’s co-propagandists. Unfortunately, such tendencies are probably in the spirit of the times, because in Bulgaria, which is governed by a coalition of right-wing and right-wing extremist parties, intellectual currents that relativize or deny the Holocaust and who claim that it is “the Jews” who need to be blamed for all atrocities of communism (which, as a matter of course makes their mass murder an excusable response); even the age-old anti-Semitic topos of the Jews as Christ-killers celebrates resurrection, e.g. in the columns of the once respected portal “Kultura”. The fact that Bulgarian writers such as Karabashliev and a few other second- and third-rate figures are initiating or supporting such shameful acts is a declaration of moral bankruptcy.

The case Karabashliev weighs particularly hard because of its influential position in the Bulgarian publishing industry. Significantly, with the exception of Angel Igov, who has contradicted the account of Karabashliev and his allies with reference to the facts, and Lea Cohen, who as a Jew is a traditional target of the Bulgarian anti-Semites, no other author has to my knowledge yet intervened in this scandal. Too big is obviously the fear to lose access to publication outlets in the small Bulgarian book market, or to estrange readers, of which a considerable part probably sympathizes with Markov‘s and Karabashliev’s historical revisionism. One may call this cowardice or complete dullness towards moral values; in any case it is a tragedy and a worrying symptom of the state of Bulgarian society these days.

© Thomas Hübner and Mytwostotinki, 2014-9. Unauthorized use and/or duplication of this material without expressed and written permission from this blog’s author and/or owner is strictly prohibited. Excerpts and links may be used, provided that full and clear credit is given to Thomas Hübner and Mytwostotinki with appropriate and specific direction to the original content.

18% Braun: Vom Fall eines bulgarischen Intellektuellen

Die Länder Osteuropas tun sich nach wie vor schwer mit der Einordnung ihrer Geschichte und der Personen und Strömungen, die sie gestaltet haben. Das gilt vor allem für das Erbe aus der Zeit unmittelbar vor der kommunistischen Machtergreifung. In vielen osteuropäischen Ländern gab es seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts faschistische oder offen nationalsozialistische Gruppierungen, die sich grosser Unterstützung in Teilen der Bevölkerung erfreuten, und die in der Regel einen radikalen Antikommunismus mit einem totalitären Gesellschaftsmodell und eliminatorischem Antisemitismus nach nationalsozialistischem Vorbild verknüpften.

Aus diesen Gruppierungen erwuchsen den Nazis vor und bei Kriegsausbruch fanatische Unterstützer für ihre Gewaltpolitik, in deren Zug sie ganze Rassen ausrotten wollten, allen voran die Juden und Roma. Die seit Jahrhunderten verbreiteten Vorurteile und gesellschaftlichen Ausgrenzungen, sowie die vorhandene Gewaltbereitschaft gegenüber diesen Bevölkerungsgruppen in Osteuropa wurde von den Nazis gerne aufgegriffen und für ihr barbarisches Ausmerzungsprojekt dienstbar gemacht. Die antisemitischen und faschistischen Organisationen der „Eliten“ in diesen Ländern verschwanden zwar scheinbar später mit der kommunistischen Machtergreifung, die Personen und Geisteshaltungen aber blieben selbstverständlich weitgehend unverändert.

Während sich viele führende Vertreter faschistischer Gruppierungen rechtzeitig in den Westen absetzten und mancher auch im Rahmen von Prozessen, die meist wenig rechtsstaatlich waren, hingerichtet oder zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt wurde, blieben viele auch unbehelligt. Der Zusammenbruch des kommunistischen Blocks in Osteuropa führte unter anderem auch dazu, dass sich politische Gruppierungen bildeten, die sich bewusst an Vorkriegsorganisationen anlehnten oder in deren Tradition sehen. Dabei wurde in der Regel der Antikommunismus dieser Gruppierungen in den Vordergrund gestellt, die totalitär-faschistische und antisemitische Tradition aber gerne verschwiegen oder relativiert.

Hartgesottene Antisemiten und Rassisten, die das kommunistische Regime überlebt haben und bis heute stolz auf ihre (Un-)Taten gegenüber Juden sind und die in einigen Fällen Jahrzehnte hinter Gittern in einem kommunistischen Gefängnis verbracht hatten, wurden von vielen plötzlich ungeachtet (oder vielleicht gerade wegen?) ihres offenen und ungeläuterten Eintretens für die Ideologie ihrer Jugendjahre als antikommunistische Märtyrer und Helden und Vorbilder für die Jugend des 21. Jahrhunderts dargestellt. Und immer wieder finden sich willige Intellektuelle, die dieses revisionistische Narrativ aus ganzem Herzen unterstützen.

Von einem solchen Fall will ich hier berichten. Im Zentrum steht dabei der bulgarische Schriftsteller Zachary Karabashliev, dessen Roman 18% Grau auch in englischer Übersetzung vorliegt.

Um was geht es konkret? Auf seinem Facebook-Profil berichtete Karabashliev von einem Besuch bei einem 97-jährigen Rentner, den er mit Fotos und erläuterndem Text versah. Diese Begegnung hat ihn nach eigenen Worten stark beeindruckt. Der alte Herr, offenbar noch erstaunlich rüstig für sein Alter, wurde diesem Bericht zufolge mehrfach von Eindringlingen in seiner Wohnung belästigt und wohl auch physisch misshandelt. Karabashliev forderte vom zuständigen Ministerium in einem Brief einen besseren Schutz bzw. eine erhöhte Rente des Kriegsveteranen, der zudem auch viele Jahre in einem Gefängnis des kommunistischen Bulgariens als Regimegegner einsass.

So weit, so gut. Es gibt wohl niemanden, der die schlechte Versorgung von Rentnern in Bulgarien und auch den häufigen Mangel an Anerkennung, den die vielen unschuldigen Opfer der kommunistischen Systemjustiz gegen Regimegegner in der heutigen bulgarischen Gesellschaft erhalten, nicht bedauert. Also durchaus eine edelmütige Aktion, die dem Initiator zur Ehre gereicht, könnte man auf den ersten Blick glauben. Ein anderes Bild jedoch ergibt sich, wenn man etwas tiefer gräbt.

Der alte Herr, von dem Karabashliev berichtet, und den er mehrfach in öffentlichen Äusserungen – auch im Fernsehen – als Helden tituliert hat, heisst Dyanko Markov. Markov war von im kommunistischen Bulgarien aus politischen Gründen inhaftiert und wurde in den Jahren nach 1989 rehabilitiert. Er war danach Parlamentsabgeordneter einer rechten Partei und wurde die prominenteste lebende Symbolfigur der Rechten in Bulgarien wegen seines unbeugsamen Antikommunismus. Markov schrieb seine Memoiren, trat häufig als Redner bei öffentlichen Veranstaltungen auf (u.a. auch im Europaparlament) und wurde immer wieder interviewt. Er ist also nicht irgendein Rentner, sondern in Bulgarien eine sehr bekannte Figur des öffentlichen Lebens. Wir haben es mit jemandem zu tun, den viele – so auch Karabashliev – geradezu für einen mustergültigen Helden halten und als solchen immer wieder der Öffentlichkeit vorstellen.

In der ersten Version seines Facebook-Posts erwähnte Karabashliev auch ausführlich und bewundernd einen Teil der Biographie Markovs, den er interessanterweise später redigierte und komplett strich. Dieser Abschnitt bezog sich auf die Mitgliedschaft Markovs bei den sog. „Legionären“ und seine angeblich heldenhaften Taten während des 2. Weltkriegs.

Der Bund der Bulgarischen Nationalen Legionen war eine antisemitische und offen faschistische paramilitärische Organisation, die ab 1933 von Hristo Lukov geführt wurde (er benutzte den Titel „Nationaler Führer“). Die Jugendorganisation der Legionäre nutzte in ihrem Emblem das Hakenkreuz, die Uniformen des Verbandes und auch das Programm waren direkt an das Muster der nazistischen SA angelehnt und auch sonst wurde diese Bewegung als Arm Hitlers in Bulgarien angesehen und entsprechend von Nazideutschland gefördert.

Der eliminatorische Antisemitismus wurde in Bulgarien besonders aktiv von radikalen Gruppen wie den Legionären propagiert. Lukov, der schliesslich zum General, Kriegsminister und zur grauen Eminenz im Hintergrund aufstieg, nutzte die Legionäre, um auch politisch immer mehr Einfluss zu gewinnen;  die Gestapo diskutierte ernsthaft, ob man einen Staatsstreich Lukovs gegen den bei der Judenvernichtung in Bulgarien aus opportunistischen Gründen – die Niederlage der Nazis war bereits absehbar – zögerlichen Zar Boris III durchführen sollte und an seiner Stelle Lukov als Diktator, der die Judenvernichtung in Bulgarien „liefern“ würde, unterstützen sollte. Dazu kam es am Ende nicht, Lukov wurde von der 19-jährigen jüdischen Partisanin Violeta Yakova bei einem Attentat getötet (sie wurde später von bulgarischen Sicherheitskräften bestialisch vergewaltigt und zu Tode gefoltert); der starke Widerstand vieler bulgarischer Bürger, einiger Politiker (wie Dimitar Peshev) und der Orthodoxen Kirche in Bulgarien führten dazu, dass Bulgarien die Juden im eigenen Land nicht an die Nazis auslieferte.

Die Juden in den von Bulgarien besetzten Gebieten Thrakiens, Mazedoniens und der serbischen Region Pirot hatten weniger Glück: sie wurden als einzige Einwohner dieser Gebiete nicht als Bulgaren angesehen, und mit diesem „Trick“ hatte man die Grundlage geschaffen, sie zu deportieren. Die Deportation in diesen Gebieten wurde von Bulgaren organisiert und durchgeführt, Mitglieder der Bulgarischen Nationalen Legionen zeigten sich besonders eifrig, entsprach der Mord an den Juden doch ihrem eigenen Programm. Mehr als 11000 Juden wurden überwiegend nach Treblinka zur Vergasung deportiert.

Der Gründer und „Führer“ dieser Organisation, die Hand- und Spanndienste beim Judenmord leistete, Hristo Lukov, ist das Idol vieler Neo-Nazis in Europa bis heute, er wird jedes Jahr mit einem Fackelzug gewaltbereiter Rechtsextremisten aus ganz Europa auf den Strassen von Sofia „geehrt“. Lukov ist auch das verehrte Idol von Dyanko Markov, und er propagiert bis heute das Gedankengut der Legionäre. Seine Memoiren singen das Heldenlied dieser Organisation. Der Holocaust in den von Bulgarien besetzten und annektierten Gebieten wurde von Markov in einer Rede im bulgarischen Parlament im Jahr 2000 dahingehend kommentiert, dass die Deportation einer „feindlichen Bevölkerungsgruppe“ kein Kriegsverbrechen sei. Im Jahr 2018 ergänzte er dazu noch, dass die Deportation nach Treblinka „relativ human“ gewesen sei. Fast zeitgleich erhielt Markov vom bulgarischen Staat einen hohen Verdienstorden. Man fragt sich allerdings, wofür…

In diesem Punkt liegt der eigentliche Skandal, in dessen Mittelpunkt sich Karabashliev jetzt, wohl aus tiefster Überzeugung selbst manövriert hat.

Wenn es ihm und seinen einschlägig bekannten Co-Propagandisten darum gegangen wäre, auf das Los der Veteranen, der ehemaligen Häftlinge und Opfer des kommunistischen Unrechtsregimes oder generell auf die schändliche Situation, in der viele betagte Menschen in Bulgarien vegetieren müssen, aufmerksam machen zu wollen, hätte man sich ohne weiteres fast jeden beliebigen älteren Menschen in Bulgarien als Beispiel aussuchen können. Dass man ausgerechnet einen Dyanko Markov, dessen Auftritt im Europäischen Parlament vor wenigen Jahren einen grossen Skandal auslöste, nachdem sein ungebrochenes Eintreten für eine menschenverachtende Organisation und Ideologie und seine Holocaust-Relativierung bekannt wurde, ist natürlich politisches Programm der kleinen Gruppe, die ihn immer wieder instrumentalisiert, um verbrecherische faschistische Organisationen aus dem Vorkriegs-Bulgarien zu rehabilitieren und daraus letzten Endes politisches Kapital zu schlagen.

Wer darauf hinweist, dass hier eine inhumane Ideologie propagiert wird und eine Gruppierung, deren Hauptziel nach eigener Aussage der Massenmord an bestimmten Bevölkerungsgruppen und der Angriffskrieg im Osten war, zu Heroen aufgebaut werden sollen, muss sich auf einiges gefasst machen, von – am Ende erfolglosen – Verleumdungsprozessen bis hin zu geifernden, hasserfüllten persönlichen Angriffen aus dem Lager von Karabashlievs Gesinnungsgenossen. Leider liegen derartige Tendenzen wohl im Zeitgeist, denn in Bulgarien, das von einer Regierungskoalition rechter und rechtsextremer Parteien regiert wird, gibt es seit einiger Zeit auch unter Intellektuellen Strömungen, die den Holocaust relativieren oder leugnen, und die „den Juden“ die Schuld am Kommunismus und seinen Verbrechen geben (und insofern den Massenmord an ihnen als entschuldbare Reaktion darauf interpretieren); auch der uralte antisemitische Topos von den Juden als Christus-Mördern feiert Wiederauferstehung, z.B. in den Spalten des einstmals angesehenen Portals „Kultura“. Dass sich bulgarische Schriftsteller wie Karabashliev und einige andere aus der zweiten und dritten Garnitur dazu hergeben, ist eine moralische Bankrotterklärung.

Der Fall Karabashliev wiegt besonders schwer aufgrund seiner einflussreichen Stellung im bulgarischen Verlagswesen. Bezeichnenderweise hat – mit der Ausnahme von Angel Igov, der der Darstellung von Karabashliev und seiner Bundesgenossen mit Hinweis auf die Fakten widersprochen hat und von Lea Cohen, die als Jüdin ohnehin traditionell eine Zielscheibe der bulgarischen Antisemiten ist – meines Wissens bisher noch kein anderer Autor zu dem Vorgang Stellung genommen. Zu gross ist offenbar die Angst, auf dem kleinen bulgarischen Buchmarkt Pulikationsmöglichkeiten zu verlieren oder bei Lesern anzuecken, von denen wohl ein beträchtlicher Teil mit Markovs und Karabashlievs Geschichtsrevisionismus sympathisiert. Man mag das Feigheit oder komplette Abgestumpftheit gegenüber moralischen Werten nennen; ein Trauerspiel und ein besorgniserregendes Symptom für den Zustand der bulgarischen Gesellschaft ist es auf jeden Fall.

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What If Our World Is Their Heaven?

Although I’m not a big Science Fiction expert, occasionally I also read books of this genre. My preferences are here mostly with authors from Eastern Europe (Arkady and Boris Strugatsky, Stanislaw Lem, and a few others), but now and then I also discover something new – lately often from the borderline between classical SF and “serious” literature or “speculative” fiction, such as the works of China Miéville or the novel The Future of Mars by Georg Klein, or works by authors who are brand new to me such as Arthur C. Clarke or Philip K. Dick.

If I say Clarke or Dick are new to me, then I have to admit that that’s not exactly true, of course. Every moderately informed moviegoer is familiar with their works in their respective cinematographic version. Especially Dick is particularly popular with filmmakers, just think of Blade Runner, Total Recall, Minority Report, Impostor, Paycheck, or A Scanner Darkly, to name a few examples.

In January 1982, just months before his death, Dick gave a series of tape-recorded interviews that have been transcribed and published in the book What If Our World Is Their Heaven?

Two of the recordings deal with the movie Blade Runner, which is based on Dick’s book Do Androids Dream of Electric Sheep? During filming, Dick was in the final stages of writing a new novel and so did not accept the invitation of director Ridley Scott to attend the shooting. The two interview clips in the book deal with the relationship between the original novel and the film, and with how Dick judged the result (he saw a not yet finalized version in a private performance, the film was not yet in the cinema at the time of his death). In short, Dick was strongly impressed by what he saw and had the highest praise for both the director and the film crew and performers. Although an essential part of the action of the original book was dropped in the film, Dick saw clearly that this was the only way to realize an adequate film adaptation of his material.

I was also interested in Dick’s co-operation with his agent and the sheer volume of inquiries from various merchandise producers he had to deal with – including a comic book version of Blade Runner. Although Dick didn’t live to see the great worldwide success of Blade Runner, he could at least be glad to know that it was a wonderful film adaptation. Until today, Blade Runner is a milestone in film history.

Of interest to me were also Dick’s comments on the creative process of an SF writer. Dick was at times an extremely prolific writer. When he had made up his mind about the concept of a new book, he sat down, and then literally worked day and night, neglecting everything else, including sleep and the intake of food. We can imagine him as an absolute workaholic, who felt completely drained after the completion of a book under such circumstances. The famous writer’s block, if it ever happened to him, was to Dick – contrary to most other authors – a blessing, not a curse. Literary works rarely served as a source of inspiration to him – he read hardly any novels -, but technical, philosophical or religious works – the latter in particular after a “spiritual revival experience” as a result of a serious illness of his son – triggered his literary output.

The transcription of the tape recordings is true to the original and virtually unedited. As a result, there are many redundancies, and every stutter of Dick or the interviewer is printed in the book. A careful editing would have made the text much more readable. In addition, the interviewer unfortunately repeatedly breaks off the conversation when it gets interesting, or interrupts Dick when he is in the process to explain something important. She is also occasionally inattentive and does not listen closely, often asks for things that Dick had said shortly before, and so on. It’s a pity that the interviewer is rather unprofessional and not very focused at times.

In spite of the above-mentioned objections, this is a book that I can recommend to all readers with an interest in one of the major SF authors of the 20th century. Contrary to my expectation, Dick comes over in these conversations as a rather grounded and sometimes self-ironic and warm person without the usual grandstanding attitude of many successful authors.

Gwen Lee and Doris Elaine Sauter (eds.): What If Our World Is Their Heaven? The Final Conversations of Philip K. Dick, The Overlook Press, New York 2000

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pluralismus

das gedicht des toten juden
steht unmittelbar neben dem
des lebenden antisemiten
die nennen das pluralismus

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Tale of Tala

Tale of Tala is a novel by the young Palestinian-Canadian author and journalist Chaker Khazaal. The book tells the story of three people. Henry, the narrator of the story, is a successful American novelist from a very wealthy family; Fatima – who reinvents herself later as Tala – is a young Palestinian woman from a refugee camp in Lebanon; and her husband Bilal, her childhood friend from the same camp.

Henry, who some time ago has had his first failure as a writer, was brought up according to the values of his businessman-father: you have to be a winner, and of course Henry is supposed to be a winner! His first unsuccessful novel and the public and critical reaction to it is therefore perceived by him to be a shattering defeat. Still under shock, he travels to Amsterdam and later to Ljubljana to distance himself from his life as a writer and media person and to indulge in to him new experiences, a life of drugs and sexual encounters with prostitutes, usually procured with the help of some sleazy hotel managers. But everything changes when he meets the gorgeous Tala, a prostitute of Palestinian origin.

Henry develops a strong infatuation with this woman, who tells him reluctantly her life story. A story that leads her and her later husband Bilal from a refugee camp in Lebanon to Turkey. They fall in the hands of criminals who separate them, with Bilal disappearing somewhere in Anatolia – he has been tricked to cross the border to Syria as it later turns out – and Tala hardly surviving an ordeal that finds her finally forced into prostitution. Henry, who is not only infatuated with Tala, but also hooked to her story which he plans to develop into a new book, a book that will be of course a success again, offers to help Tala to find Bilal. But his offer is motivated mainly by strong self-interest. He travels to Anatolia to find out what happened to Bilal and if he is still alive…what follows is a story full of action and deception.

The book touches on many interesting and important topics that are frequently not highlighted by the media, especially the hopeless situation of the stateless Palestinians in Lebanon. They vegetate there already in the third of fourth generation in refugee camps without ever having a chance of finding work and a normal life. The exploitation of the refugees from Syria and other countries by human traffickers, organ harvesters, and pimps, and the indifference or even hostility of the Western world is also a theme of the novel. The book has his strongest scenes when the author describes Tala’s and Bilial’s lives in the camp in which they grow up, and the ordeal Tala and two other girls have to go through during their attempt to reach Europe, with two of them (probably) dead and Tala forced into prostitution and separated from her husband. The author grew up in a similar refugee camp. He has extensively reported about the refugees and interviewed many of them, and it shows; these parts of the novel are much stronger than the description of Henry and everything he does and says.

With Henry I had several problems. First of all, I didn’t like him. Not a single bit. He is manipulative, has an inflated ego, and thinks of himself as a great writer, and a winner. I am mentioning this again because as readers, we are again and again reminded – in every chapter several times -, that he, Henry, is born to be a winner. If it suits him, he lies, deceives and even gets people that are in his way killed – and why? Just to satisfy his ego and his lusts. And to have another success as a writer.

The other problem with him, apart from being a self-righteous prig without any moral is that as a character in a novel, he is completely implausible. He discovers his talent for writing in his youth just like that, writes a masterful story (or what he thinks is masterful), but gives up writing immediately without sign of rebellion when his father tells him not to write but to become a businessman; then the father dies in an airplane crash, and wham!, Henry starts to write again and his novel is of course a success and bestseller. And so it goes novel after novel, he is just a great, successful writer with a lot of money, although the text we are reading (and which is authored by Henry) is frequently poorly written and full of clichés, very much in the unbearable self-congratulatory pseudo-philosophical style of a Paolo Coelho. The numerous clumsily written sex scenes make the book unfortunately a candidate for the Bad Sex in Literature Award. And the over-simplistic winner ideology of Henry is hammered way too frequently in us readers in sentences such as:

“For a man born a winner like me, every winding path is presumed to victory. For a loser, roads are often blocked by their despair; decisions are frightening things. For those who live between those two routes, doubt and uncertainty are roadblocks to overcome.”

Sigh. Henry is a prig and the author reminds the reader on almost every page of this fact. I was glad when I had finally finished this book.

I could see that the author is not without talent when he feels comfortable with his material; but as a novel the book is a complete failure in my opinion.

Chaker Khazaal: Tale of Tala, Hachette A .Antoine/Al Ahlia, Amman 2017

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